Wintertraining: Die richtige Trainingskleidung bei Kälte
Kalte Finger, klamme Beine, ein beschlagener Atem im Flutlicht: Training im Herbst und Winter gehört für viele Fußballteams einfach dazu. Wer die Wintermonate gut nutzt, startet fitter in die Rückrunde. Damit das Training bei Temperaturen um den Gefrierpunkt Spaß macht und nicht in einer Erkältung endet, kommt es auf die richtige Kleidung an.
In diesem Ratgeber erklären wir dir das Zwiebelprinzip, zeigen, welche Kleidung bei welchen Temperaturen sinnvoll ist, und geben Tipps für Trainer, Eltern und Vereine, die ihre Teams wintertauglich ausstatten wollen.
Kurz gesagt: Kleide dich im Winter nach dem Zwiebelprinzip: Funktionsunterwäsche auf der Haut, ein wärmendes Trainingsoberteil darüber und bei Wind oder Regen eine Jacke als Schutz. Dazu lange Tights, Handschuhe und Mütze. Baumwolle gehört nicht auf den Trainingsplatz.
Das Zwiebelprinzip: drei Schichten für jedes Wetter
Die wichtigste Regel für Sport bei Kälte lautet: lieber mehrere dünne Schichten als eine dicke. Jede Schicht hat eine eigene Aufgabe, und du kannst je nach Belastung und Wetter eine Lage ausziehen oder hinzufügen.
1. Schicht: Funktionsunterwäsche
Die erste Schicht liegt direkt auf der Haut. Ihre Aufgabe ist es, Schweiß schnell vom Körper wegzuleiten. Funktionsunterwäsche aus Polyester oder Mischgewebe nimmt kaum Feuchtigkeit auf und trocknet schnell. So bleibt die Haut trocken und du kühlst in Pausen nicht aus. Langarmshirts, sogenannte Baselayer, gibt es auch mit Stehkragen für zusätzlichen Schutz am Hals.
2. Schicht: wärmendes Trainingsoberteil
Die zweite Schicht hält die Wärme am Körper. Geeignet sind Trainingsshirts mit langem Arm, leichte Sweatshirts aus Funktionsmaterial oder Trainingsjacken mit Kapuze. Sie sollten eng genug sitzen, um nicht zu flattern, aber genug Bewegungsfreiheit lassen.
3. Schicht: Schutz vor Wind und Regen
Die äußere Schicht schützt vor Wind, Nieselregen und Nässe. Eine leichte Regen- oder Windjacke reicht meist aus. Bei trockenem, windstillem Wetter kannst du sie weglassen oder nur beim Aufwärmen und in Pausen tragen.
Welche Kleidung bei welcher Temperatur?
Jeder empfindet Kälte anders, und bei intensiven Einheiten wird es schneller warm als bei Taktiktraining. Die folgende Tabelle gibt dir eine Orientierung:
| Temperatur | Oberkörper | Beine | Zubehör |
|---|---|---|---|
| über 10 °C | Kurzarm- oder Langarmshirt | Shorts | keines nötig |
| 5 bis 10 °C | Baselayer + Trainingsshirt | Shorts mit kurzer Tight oder lange Tight | leichte Handschuhe |
| 0 bis 5 °C | Baselayer + Trainingsjacke | lange Tight oder Trainingshose | Handschuhe, Mütze |
| unter 0 °C | Baselayer + Jacke + Wind- oder Regenjacke | lange Tight unter der Trainingshose | Handschuhe, Mütze, Halswärmer im Training |
Beim Spiel gelten eigene Regeln: Langarmunterwäsche und Tights sind erlaubt, sollten aber farblich zum Trikot bzw. zur Hose passen. Frag im Zweifel beim Schiedsrichter oder Staffelleiter nach, was in eurer Liga gilt.
Die Beine nicht vergessen
Viele Spieler achten auf den Oberkörper und trainieren trotzdem in kurzen Hosen. Doch kalte Muskeln sind anfälliger für Zerrungen. Lange Tights unter den Shorts halten die Oberschenkel warm, ohne die Bewegung einzuschränken. Für Trainer und für die Phase vor und nach dem Training eignen sich lange Trainingshosen, die sich mit Reißverschlüssen am Knöchel leicht über die Schuhe ziehen lassen.
Eine Auswahl an Tights und Funktionsunterwäsche findest du in unserer Kategorie Underwear. Trainingshosen, Jacken und Shirts gibt es unter Trainingsbekleidung Fußball.
Handschuhe, Mütze und Halswärmer
Über Kopf und Hände verliert der Körper viel Wärme. Dünne Feldspielerhandschuhe halten die Finger warm und stören beim Einwurf kaum. Eine eng anliegende Laufmütze bleibt auch bei Sprints auf dem Kopf. Halswärmer oder Schlauchschals sind im Training angenehm, im Spiel aber aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt. Plane dafür lieber ein Langarm-Baselayer mit Stehkragen ein.
Auch die Füße verdienen Aufmerksamkeit. Nasse, kalte Füße sind einer der häufigsten Gründe, warum Spieler im Winter frieren. Trockene Stutzen und dünne Funktionssocken darunter helfen. Nach dem Training sollten die Schuhe mit Zeitungspapier ausgestopft und bei Zimmertemperatur getrocknet werden, nicht direkt auf der Heizung, denn das macht das Material spröde.
Was du im Winter vermeiden solltest
- Baumwolle: Ein Baumwollshirt saugt sich mit Schweiß voll, wird schwer und kühlt aus. Setze auf Funktionsmaterial.
- Zu dick anziehen: Wer beim Aufwärmen schon schwitzt, friert in der ersten Pause. Starte lieber leicht fröstelnd.
- Nasse Kleidung nach dem Training: Zieh verschwitzte Sachen sofort aus, bevor du den Heimweg antrittst.
- Lange Standzeiten: Trainer sollten Übungen so planen, dass Spieler nicht lange stehen und auskühlen.
Tipps für Trainer: Das Wintertraining planen
Gute Kleidung ist die eine Hälfte, ein kluges Trainingskonzept die andere. Bei Kälte sollte das Aufwärmen länger dauern als im Sommer, etwa 15 bis 20 Minuten. Plane Übungen mit viel Bewegung und kurzen Wartezeiten, zum Beispiel Spielformen in kleinen Gruppen statt langer Schlangen vor dem Tor. Trinkpausen nicht vergessen: Auch im Winter verliert der Körper beim Sport viel Flüssigkeit, selbst wenn der Durst geringer ist.
Bei Frost, Schnee oder gesperrten Plätzen weichen viele Teams in die Halle aus. Was du dort brauchst, erklären wir im Ratgeber Hallenfußball: die richtige Ausrüstung.
Kinder und Jugendliche im Winter
Kinder kühlen schneller aus als Erwachsene, weil sie im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht mehr Hautoberfläche haben. Gleichzeitig merken sie Kälte oft erst spät, weil sie mit dem Spiel beschäftigt sind. Für Jugendtrainer und Eltern gilt deshalb: lieber eine Schicht mehr einpacken, die bei Bedarf ausgezogen werden kann.
Bewährt hat sich eine feste Winterausstattung für jedes Kind: eine lange Tight, ein Langarm-Baselayer, Handschuhe und eine Mütze. Mit Initialen oder Namen bedruckt, gehen die Sachen in der Kabine nicht verloren. Kindergrößen findest du in fast allen Funktionskollektionen, etwa die Erima VERONA Tight Kids. Welche Größe passt, erklären wir in unserem Ratgeber Größentabelle Teamsport.
Aufwärmen bei Kälte
Bei niedrigen Temperaturen brauchen Muskeln, Sehnen und Gelenke länger, bis sie belastbar sind. Plane das Aufwärmen deshalb in drei Phasen: zuerst lockeres Laufen in voller Kleidung, dann Mobilisation und Koordination, zum Schluss kurze Antritte und Ballübungen. Erst danach kommen Jacke und lange Hose runter. Wer in der Kälte direkt mit Sprints oder Torschüssen startet, riskiert Zerrungen. Nach dem Training gilt umgekehrt: Jacke sofort wieder anziehen, locker auslaufen und dann zügig in die warme Kabine.
Regen, Schnee und Frost
Nieselregen und Wind machen die Kälte deutlich unangenehmer als trockene Kälte bei Sonnenschein. An nassen Tagen ist eine wasserabweisende Außenschicht besonders wichtig, und nach dem Training sollten alle Spieler trockene Kleidung zum Wechseln dabeihaben. Bei Schnee und Frost ist oft der Platz gesperrt. Plane für diese Tage Alternativen: Hallentraining, Lauf- und Stabilisationseinheiten oder Athletiktraining mit einfachen Trainingshilfen. So bleibt dein Team auch in der Winterpause in Bewegung.
Das Team einheitlich ausstatten
Viele Vereine nutzen den Herbst, um ihre Teams mit einheitlicher Winterkleidung auszustatten. Ein gemeinsamer Trainingsanzug, passende Baselayer in Vereinsfarbe oder Regenjacken mit Vereinswappen sorgen für einen geschlossenen Auftritt auf dem Platz und bei Auswärtsfahrten. Mit Vereinslogo und Initialen bedruckt, bleibt auch nach dem Training jedes Teil dem richtigen Spieler zugeordnet.
Einen Vergleich beliebter Modelle findest du in unserem Ratgeber Trainingsanzüge für Vereine. Komplettpakete für ganze Teams gibt es bei den Team-Bundles. Ab 350 € Bestellwert im Onlineshop gibt es 10 % Rabatt auf den Druck, ab 750 € sogar 20 %.
Checkliste: die Wintertasche
- Funktionsunterwäsche mit langem Arm
- lange Tight
- Trainingsjacke oder Hoodie
- Wind- oder Regenjacke
- Handschuhe und Mütze
- trockenes Shirt und Socken zum Wechseln
- Trinkflasche mit warmem Tee oder Wasser
- Handtuch
Pflege der Funktionskleidung
Damit Funktionskleidung ihre Eigenschaften behält, braucht sie die richtige Pflege. Wasche sie bei 30 bis 40 Grad, möglichst mit Sportwaschmittel und ohne Weichspüler. Weichspüler verklebt die Fasern und verschlechtert den Feuchtigkeitstransport. Lass die Sachen an der Luft trocknen, statt sie in den Trockner zu stecken. So bleiben Tights und Baselayer viele Winter lang in Form.
Häufige Fragen zum Wintertraining
Ab welcher Temperatur sollte ich lange Kleidung tragen?
Als Faustregel gilt: Unter etwa 10 °C sind Langarm-Baselayer und Tights sinnvoll, unter 5 °C kommen Handschuhe und Mütze dazu. Entscheidend sind aber auch Wind, Nässe und die Intensität des Trainings.
Darf ich im Spiel Tights und Langarmshirts unter dem Trikot tragen?
Ja, in der Regel schon. Die Unterziehkleidung sollte farblich zu Trikot und Hose passen. Kläre die Regeln deiner Liga im Zweifel vorab.
Sind Schlauchschals im Spiel erlaubt?
Nein, Halswärmer und Schlauchschals sind im Spiel aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt. Im Training kannst du sie tragen.
Warum ist Baumwolle beim Sport im Winter ungeeignet?
Baumwolle nimmt viel Schweiß auf und trocknet langsam. Das nasse Material kühlt den Körper aus, sobald die Belastung nachlässt. Funktionsmaterial leitet die Feuchtigkeit dagegen nach außen.
Wie viele Schichten brauche ich beim Training im Winter?
In den meisten Fällen reichen zwei bis drei Schichten: Funktionsunterwäsche, ein wärmendes Oberteil und bei Wind oder Regen eine Jacke. Wichtiger als die Anzahl ist, dass jede Schicht Feuchtigkeit nach außen leitet.
Was sollten Kinder beim Wintertraining tragen?
Kinder brauchen dieselben Schichten wie Erwachsene, kühlen aber schneller aus. Packe eine zusätzliche Lage, Handschuhe, Mütze und trockene Wechselkleidung ein. Trainer sollten lange Wartezeiten vermeiden.
Dein Team. Deine Fragen. Unsere Unterstützung.
Du hast Fragen zu Modellen, Größen oder Druck? Wir beraten dich gern persönlich. Ruf uns an unter 0431 97 99 430 (Montag bis Freitag, 9:00 bis 15:30 Uhr) oder schreib an sales@swnord.de. Im Onlineshop gilt: versandkostenfrei ab 150 €, 10 % Druckrabatt ab 350 € und 20 % ab 750 €.